Ulrike und Balu

Wie mein Balu nach Kreuzband-OP und Arthrose wieder Spaß am Laufen fand

Unser Berner Sennenhund hatte eine schwere Zeit hinter sich – und ich ehrlich gesagt auch. Hier erzähle ich, wie wir zufällig auf eine Kniestütze gestoßen sind und was sich wirklich verändert hat. Und was nicht.

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Ulrike R.
Veröffentlicht am 14. Mai 2026 · 4 Min. Lesezeit
Majestätischer Berner Sennenhund Balu

Balu, mittlerweile 10 – und zum Glück wieder unterwegs.

Ich schreibe das hier, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mit seinem Hund beim Tierarzt sitzt und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Vor anderthalb Jahren war ich genau in der Situation.

Balu ist ein Berner Sennenhund, damals 9 Jahre alt. Große Rasse, großes Herz – aber leider auch großes Gewicht auf den Gelenken. Er hatte im Herbst 2024 eine Kreuzband-OP hinter sich (TPLO). Die OP lief gut, die Reha war okay. Aber richtig „normal" war sein Gang danach nie wieder.

Was dazukam: Arthrose. Nicht dramatisch, aber eben da. Besonders morgens nach dem Aufstehen. Dieses steife Hochkommen, das leichte Nachziehen des Hinterbeins. Und an kalten Tagen merkte man es noch mehr.

Berner Sennenhund liegt und ruht sich aus

Phasen, in denen Balu einfach nicht mehr aufstehen wollte – das tat weh zu sehen.

Warum „Schonen" keine Lösung war

Mein erster Instinkt war: Weniger Bewegung, damit nichts schlimmer wird. Kürzere Runden, keine Treppen, ab und zu Schmerzmittel.

Mein Tierarzt hat mir dann etwas erklärt, das ich vorher nicht wusste: Wenn ein Hund ein Bein schont, belastet er automatisch die anderen – vor allem das gegenüberliegende Hinterbein. Die Muskulatur am geschonten Bein baut ab, das Gelenk wird noch instabiler. Ein Teufelskreis.

Kurz erklärt: Warum Schonung oft schadet

Wenn ein Hund dauerhaft ein Bein entlastet, übernehmen die anderen drei Beine mehr Gewicht. Das gesunde Hinterbein wird dabei besonders beansprucht. Gleichzeitig verliert die Muskulatur am geschonten Bein an Kraft – schon nach zwei Wochen messbar. Ohne die stützende Muskulatur wird das Gelenk noch wackeliger. Es ist ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigt.

Außerdem hat er mir gesagt, dass Schmerzmittel allein riskant sein können. Nicht wegen der Nebenwirkungen – sondern weil der Hund den Schmerz nicht mehr spürt und das instabile Gelenk plötzlich wieder voll belastet. Das beschleunigt den Verschleiß.

Was er mir empfahl: Kontrollierte Bewegung mit externer Unterstützung. Das Gelenk von außen führen, damit Balu sich bewegen kann, ohne weitere Schäden zu riskieren. Klingt logisch. Aber wie?

Der Zufall, der alles veränderte

Ich habe mir dann zwei verschiedene Kniebandagen im Tierfachhandel gekauft. Beide waren nach zehn Minuten Spaziergang am Knöchel statt am Knie. Hundebesitzer wissen, wovon ich rede – die Anatomie der Hinterläufe ist nach unten hin schmaler, alles rutscht einfach runter.

Irgendwann bin ich in einem Forum auf OrthoPaw gestoßen. Ehrlich gesagt war ich erst skeptisch. Noch eine Bandage? Aber das Konzept war anders: Die Kniestütze ist mit einem Brustgeschirr verbunden. Also von oben gehalten, nicht nur um das Bein gewickelt. Plus eine integrierte Leine.

Ich dachte: Probiere ich es, schlimmstenfalls schicke ich es zurück.

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Die ersten Tage: Ehrlich gesagt – passierte wenig

Ich will hier nicht lügen und sagen, dass vom ersten Tag an alles perfekt war. War es nicht.

Balu musste sich erst daran gewöhnen. Die ersten zwei, drei Tage hat er komisch geguckt, sich geschüttelt, versucht, das Ding loszuwerden. Ich hatte es ihm anfangs nur für kurze Runden angezogen – zehn, fünfzehn Minuten. Dann wieder ab.

Was mir auffiel: Es rutschte tatsächlich nicht. Das war schon mal neu. Die Verbindung zum Geschirr hielt die Stütze genau da, wo sie hingehörte. Aber ob es „half"? Konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Balu walking actively outside

Schritt für Schritt zurück zur Routine – mit etwas Unterstützung.

Nach zwei bis drei Wochen: Der Unterschied

Es war kein plötzlicher Moment, sondern ein schleichender. Ich merkte, dass Balu nach den Spaziergängen mit OrthoPaw abends weniger steif war. Dass er morgens leichter hochkam. Dass er an der Haustür nicht mehr zögerte, wenn ich die Leine holte.

Und dann – ungefähr nach drei Wochen – ein Moment, den ich nicht vergesse: Balu ist im Garten einem Ball hinterhergelaufen. Einfach so. Nicht schnell, nicht wild. Aber er hat es gemacht. Von sich aus. Das hatte er seit der OP nicht mehr getan.

Ich saß auf der Terrasse und habe einfach nur geheult. Das klingt übertrieben, aber wer seinen Hund monatelang leiden sieht, versteht das.

Warum das biomechanisch Sinn macht

Eine gut sitzende Kniestütze macht zwei Dinge gleichzeitig: Sie begrenzt die seitliche Instabilität des Gelenks, sodass der Hund sicherer auftritt. Und sie stimuliert über sanften Druck die sogenannte Propriozeption – vereinfacht gesagt, das Körpergefühl. Der Hund spürt sein Bein wieder bewusster und setzt es kontrollierter ein. Die umliegende Muskulatur wird dadurch aktiviert statt abgebaut. Das ist der entscheidende Unterschied zu reiner Schonung.

Wie es heute aussieht

Wir nutzen OrthoPaw jetzt seit ungefähr fünf Monaten. Balu ist mittlerweile 10. Er wird nie wieder der Welpe sein, der er mal war – das ist klar. Aber unser Alltag hat sich komplett verändert:

Spaziergänge: Wieder 3–4 km problemlos, manchmal mehr. Vorher waren 1–2 km das Maximum.

Morgens aufstehen: Deutlich weniger Steifheit. Er braucht noch einen Moment, aber das lange, mühsame Hochziehen ist weg.

Treppen: Er macht sie wieder. Langsam, aber ohne Zögern.

Schmerzmittel: Deutlich seltener. Früher fast täglich, jetzt vielleicht ein-, zweimal die Woche an besonders kalten Tagen.

Was mich am meisten überzeugt hat: Auch wenn er die Stütze nicht trägt, ist er mobiler. Das zeigt mir, dass es nicht nur die Stütze ist, die ihn hält – sondern dass sich die Muskulatur tatsächlich aufgebaut hat. Das war der größte Aha-Moment.

Happy Bernese Mountain Dog

Nicht mehr der Schnellste – aber glücklich. Und das zählt.

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Mein ehrliches Fazit

OrthoPaw ist kein Wundermittel. Es heilt keine Arthrose und es ersetzt keine OP. Aber für uns war es genau das fehlende Puzzleteil zwischen „Schmerzmittel und hoffen" und „wieder ein normales Hundeleben".

Was ich jedem sagen würde:

Gib deinem Hund ein paar Tage, sich daran zu gewöhnen. Es klappt nicht sofort.

Nutze es regelmäßig – nicht nur ab und zu. Der Effekt baut sich auf.

Sprich mit deinem Tierarzt. Nicht als Ersatz für Behandlung, sondern als Ergänzung.

Wer es ausprobieren möchte – ich habe es damals über yusea.de bestellt. Das Set kommt mit Kniestütze, Brustgeschirr und Leine zusammen.

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Für wen könnte OrthoPaw passen?

Nach meiner Erfahrung und dem, was mir mein Tierarzt erklärt hat, kann eine externe Kniestütze bei verschiedenen Situationen unterstützen: nach Kreuzband-OPs in der Reha-Phase, bei altersbedingten Gelenkproblemen und Arthrose, bei Hunden die aus Risikogründen nicht operiert werden können, oder einfach zur Unterstützung bei Hunden, die anfangen, ein Hinterbein zu schonen. Wichtig: Es ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine tierärztliche Behandlung.

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Falls ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder Fragen habt – ich freue mich über Kommentare. Und drückt eurem Vierbeiner von mir die Pfoten. ❤️

— Ulrike R., mit Balu irgendwo im Odenwald

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